Die Aequivalent AG, veröffentlicht jährlich Statistiken zu den Dossiers, welche im Auftrag ihrer Kunden im Rahmen deren Rekrutierungs-, Konformitäts- oder Sicherheitspolitik überprüft wurden. Die Überwachung von Änderungen in der Genauigkeit der Erklärungen und Dokumente der beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte gegenüber dem Vorjahr wurden durch eine Stichprobe von 3.311 Dossiers ermöglicht.

Statistiken und Grafiken, erstellt von Félix LUGINBÜHL

Im Jahr 2019 enthielten 8% der Dossiers Falschdarstellungen oder unstimmige Punkte, was auf einen abnehmenden Grad an Integrität hindeutet. Im Jahr 2018 betrug dieser Prozentsatz 7%.

Die Verheimlichung von Nebentätigkeiten und potenzie.lle Interessenkonflikte nehmen zu

Wie in 2018 betrafen diese Unregelmässigkeiten häufig die finanzielle Integrität der Person (42%), indem z.B. gegen sie eingeleitete Betreibungen oder Konkurseröffnungen von selbst geführten Unternehmen verschwiegen wurden.

Im Jahr 2019 betrafen 19% der Unregelmässigkeiten Situationen, in denen eine Person ihre Nebentätigkeiten nicht angab. Dies wird von Arbeitgebern oft als wichtig erachtet, um potenzielle Interessenskonflikte zu vermeiden und ein Klima der Transparenz zu schaffen. Prüfungen der Nichteinhaltung dieses speziellen Elements haben in den letzten Jahren zugenommen (14% im Jahr 2018), wobei sich die Arbeitgeber immer weniger auf eine eidesstattliche Erklärung des Arbeitnehmers beschränken.

Mit 9 nachgewiesenen Fällen von gefälschten Dokumenten und/oder Abschlusserklärungen bleibt die Nichtkonformität von Diplomen ein aktuelles Thema. Dies auch in der Stichprobe im Jahr 2019 (3%), obwohl es im Vergleich zu 2018 (8%) weniger Fälle gab.

Aequivalent - Resultats- Integrites-2019
Répartition non conformités

Online-Reputation wird zunehmend geprüft und für problematisch befunden

Dass nur 45% der Dossiers vollständig korrekt sind, ist häufig den weiteren überprüften Verdachtsmomenten geschuldet. Dabei werden potenzielle Risiken für Ruf und Integrität des Arbeitgebers aufgedeckt. Es handelt sich hierbei entweder um während des „Screenings“ von den betroffenen Personen gemachte, teilweise inkorrekte Angaben, um Verweigerung der Transparenz oder der Einwilligung zur Überprüfung.

2019 über 70% der CVs enthalten Ungenauigkeiten in den aufgeführten beruflichen Erfahrungen hinsichtlich der Stellenbezeichnung, des Anstellungszeitraums, des Beschäftigungsgrades oder des Arbeitsvertragstypus. Auch die Verweigerung der Einwilligung eines Bewerbers zur Kontaktierung eines ehemaligen Arbeitgebers oder das Fehlen eines Arbeitszeugnisses, vor allem bei Berufserfahrung in der Schweiz, stellen Verdachtsmomente dar. Dieser Prozentsatz hat in den letzten Jahren stark zugenommen (58% im Jahr 2018).

28% der im Lebenslauf erwähnten Ausbildungen erwiesen sich als nach wie vor andauernd, abgebrochen oder auf einem niedrigeren Level als angegeben, abgeschlossen. Die Statistiken zeigen daher auf, dass einige CVs durchaus irreführend sind. Dieser Prozentsatz ist in den letzten Jahren stabil geblieben.

2019 veröffentlichen 53% der überprüften Personen potenziell fragwürdige Inhalte im Internet, ohne einen privaten Schutzfilter einzusetzen. Darunter fallen u.a. Unstimmigkeiten im Lebenslauf, die Offenlegung vertraulicher Informationen, homophobe oder rassistische Äusserungen sowie wiederholte Anspielungen auf Gewalt, Nacktheit, Alkohol oder Drogen. Dies ist ein signifikanter Anstieg gegenüber 2018 (37%), der sich zumindest teilweise durch vertiefte Forschungsmethoden und -instrumente erklären lässt.

Deutschschweizer sind transparenter als Westschweizer

Mit einer Falschangaben-Quote von 7% haben sich die Angestellten mit Schweizer Staatsbürgerschaft, im Vergleich zu 2018 (8%) leicht verbessert, liegen aber weiterhin sehr nahe am Durchschnitt. Statistik für 2019 bestätigt einmal mehr, dass Arbeitnehmer mit deutscher oder österreichischer Staatsangehörigkeit in ihren Erklärungen am ehrlichsten sind. Britische und US-amerikanische Arbeitnehmer weisen im Allgemeinen mehr Verdachtsmomente oder Unstimmigkeiten als ihre europäischen Kollegen auf.

Es gibt offensichtlich auch einen Unterschied zwischen Deutsch- und Westschweizer, welche in diesem Jahr zum ersten Mal separat analysiert wurden. Laut Statistik sind die Deutschschweizer transparenter als ihre französischsprachigen Landsleute, mit nur 5% bzw. 8% nicht konformen Selbst-deklarierungen.

Interessant ist auch, dass die Statistiken für 2019 bestätigen, dass die Aufzeichnungen und Erklärungen von in der Schweiz ansässigen Personen, unabhängig von ihrer Nationalität, öfter konform sind als diejenigen von Personen, die in den Nachbarländern ansässig sind.

Resultats-Nationalité-Suisse-FR-ALL
Répartition interne et externe

Externe Berater und Mitarbeiter, die bereits an Bord sind, sind stärker gefährdet

Wie in 2018 und gemäss den Analysen weisen Mitarbeiter, welche über ein externes Unternehmen im Betrieb beschäftigt sind, ein höheres Risiko der Unstimmigkeit und Intransparenz auf (12% der Dossiers). Eine relevante Information für Arbeitgeber, die einen Teil ihrer Tätigkeiten auslagern.

Bei Überprüfungen für bestehende Mitarbeiter enthalten 6% der Dossiers Elemente, die nicht mit den Deklarationen übereinstimmen. Eine tiefere Analyse der durchgeführten Überprüfungen zeigt jedoch, dass diese Dossiers 40% mehr Nichtkonformitäten enthalten als die Dossiers von Personen, die vor der Einstellung überprüft wurden. Derzeitige Mitarbeiter sind daher gegenüber ihrem Arbeitgeber weniger transparent als Kandidaten, die sich in der Rekrutierungsphase befinden. Derzeitige Mitarbeiter sind daher gegenüber ihrem Arbeitgeber weniger transparent als Kandidaten, die sich in der Rekrutierungsphase befinden.

Segmentierung nach Alter und Geschlecht

Statistiken für 2019 bestätigen, dass jüngere Menschen der Genauigkeit ihrer Lebensläufe und ihrem Internetauftritt offenbar weniger Aufmerksamkeit schenken. Auf der anderen Seite waren Männer im Gegensatz zu 2018 im Jahr 2019 transparenter als Frauen.

Schlussendlich kann auch das Durchlaufen des Überprüfungs-Prozesses selbst ein Indikator für Ehrlichkeit sein. Gemäss der Statistiken steigt das Unregelmässigkeitsrisiko, je mehr Zeit sich der Arbeitnehmer zur Vervollständigung seiner Angaben lässt, das war auch 2019 so.

Detaillierte Graphiken hier herunterladen

MÖCHTEN SIE MEHR WISSEN?

  • Beantragen Sie HIER ein Online-Treffen mit einem Berater.

TELEFON

  • +41 24 524 30 02

EMAIL

Datum Erstveröffentlichung : 20.07.2020

Autor: Marketing- und Sales-Team von Aequivalent